Multiprofessionelle Teams in Wiener Pflichtschulen
Psychosoziale Belastungen sind in den vergangenen Jahren durch Pandemie, Krieg, Klimakrise und Teuerung stark gestiegen. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind besonders davon betroffen. Um Schüler*innen und Lehrpersonal zu entlasten und eine frühe Intervention bei Krisen zu ermöglichen, wird das psychosoziale Unterstützungsangebot an Wiener Pflichtschulen massiv ausgebaut. Ziel ist es, psychosoziale Probleme frühzeitig zu erkennen und den Betroffenen, sowie deren Umfeld, rasch und unkompliziert Hilfe zukommen zu lassen.
Im Rahmen des Programms wird ein Schulverbund - bestehend aus drei bis vier Schulstandorten - von einem multiprofessionellen Team der Psychosozialen Dienste in Wien betreut. Dieses setzt sich aus klinischen Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen und Sozialarbeiter*innen zusammen. An jeder Schule eines solchen Schulverbunds wird jeweils eine Person aus diesen Teams vor Ort sein.
Ziel ist, durch die Anwesenheitaus dem multiprofessionellen Team an den jeweiligen Schulen Vertrauen und nachhaltige Beziehungen mit den Schüler*innen, dem Lehrpersonal und den Eltern aufzubauen. So kann man im Bedarfsfall – die Problemlagen umfassen zum Beispiel psychische Belastungen, Krisen, Erkrankungen oder Substanzmissbrauch – bedarfsgerechte Leistungsangebote im Einzel- oder Gruppensetting anbieten.
Mit dem Schuljahr 2026/27 startet der Chancenbonus des Bildungsministeriums. Das Programm soll besonders belastete Schulen zusätzlich unterstützen und umfasst auch Aufgaben, denen sich in Wien das Projekt „Psychosoziale Unterstützung an Wiener Schulen“ mit multiprofessionellen Teams der Psychosozialen Dienste in Wien (PSD-Wien) an 29 Standorten in 3 Gemeindebezirken widmet. Das Schuljahr 2026/27 wird daher als Übergangsjahr genutzt: Gemeinsam mit den Schulen wird der jeweilige Bedarf erhoben, die Unterstützung mit dem Chancenbonus abgestimmt und der Einsatz der PSD-Teams schrittweise bis zum Ende des Schuljahres zurückgeführt und danach beendet.
- Einzelfallhilfe und Gruppenangebote
- Psychoedukation und Entstigmatisierung
- Präventionsarbeit
- Beratung, Betreuung und Beziehungsarbeit
- Lebensweltorientierung und Empowerment
- Niederschwelligkeit
- Wertschätzende Haltung
- Krisenintervention
Schüler*innen an Wiener Pflichtschulen (Volksschulen, Mittelschulen, Polytechnische Lehrgänge und Schulen mit sonderpädagogischem Förderbedarf)
Eltern
Bildungspersonal (z.B. Freizeitpädagog*innen)
Direktor*innen und Lehrpersonen
Mobile multiprofessionelle Teams für alle Schulbezirke
Neben den permanenten multiprofessionellen Teams für Schulverbünde gibt es zusätzlich zwei mobile multiprofessionelle Teams, die eine flächendeckende Standardversorgung für alle Wiener Schulbezirke sicherstellen. Damit haben alle Schulen im Anlassfall eine professionelle Unterstützung.
Dafür wurde mit November 2024 eine eigene Hotline für alle Direktor*innen eingerichtet. Im Anlassfall erfolgt über diese Hotline zunächst eine telefonische Abklärung und Ersteinschätzung. Daraufhin treten die mobilen multiprofessionellen Teams in direkten Kontakt mit den jeweiligen Lehrpersonen, der Schulleitung und den betroffenen Personen. Bei diesem Unterstützungsangebot liegt der Fokus auf Krisenintervention sowie Vermittlung in Behandlungs- und Unterstützungssysteme. Diese mobilen Teams können somit auch kurzfristig und gezielt eingesetzt werden.
Die Direktor*innenhotline wird über den First Level Support (FLS) des PSD-Wien koordiniert und ist erreichbar:
Montag – Freitag, 9.00-15.00 Uhr
+43 (0)1 / 31 330 oder fls@psd-wien.at
Zur Presseaussendung der Stadt Wien:
Zuletzt aktualisiert am: 21.09.2026